Neudorf
Ein Dorf im Norden Waldecks stellt sich vor

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Artikel WLZ 30.04.2002

Windpark bei Neudorf wird am Samstag mit Minister Dietzel eingeweiht
Fünf neue Giganten im "Roten Land"
DIEMELSTADT-NEUDORF (r). Wahre Giganten erheben sich über den Höhen des "Roten Landes": Für Samstag, 4. Mai, laden die Gesellschaften "Windpark Rotes Land" sowie "Bürger-Windpark Rotes Land" zur Einweihung ihrer Windmühlen ein.
Über den Hügeln des "Roten Landes", von einem Aussichtspunkt einer der neuen 100 Meter hohen Windkraftanlagen, entstand dieses Foto. Im Vordergrund ein Teil der riesigen Rotoren.Foto: Brühne)

Auf dem Höhenrücken zwischen den Diemelstadtdörfern Neudorf, Helmighausen und Hesperinghausen wurden im Dezember fünf Windturbinen der Marke Vestas mit 100 Metern Nabenhöhe und 80 Metern Rotordurchmesser mit einer Gesamtleistung von zehn Megawatt errichtet, die jährlich 18800000 Kilowattstunden "sauberen Strom" in das Netz des VEW Waldeck einspeisen.
Dazu mussten die sechs Betreiber eine elf Kilometer lange Kabeltrasse zum Umspannwerk in Wrexen verlegen. Dazu Geschäftsführer Wilhelm Brühne: "Windkraft ist Natur pur, so ersparen die Windkraftanlagen der Umwelt während ihrer Laufzeit über 500000 t CO2."
Die gesamte Baumaßnahme wurde innerhalb der kurzen Frist von sechs Monaten abgewickelt. Zurzeit werden die letzten Erdarbeiten und die erforderlichen Reparaturen an den Feldwegen vorgenommen. Die als Ausgleich vorgesehenen Anpflanzungen sollen erst im Herbst vorgenommen werden.
Am Samstag stehen ab 10.30 Uhr die Betreiber für eine allgemeine Besichtigung, Informationen und Gespräche zur Verfügung. Die Bewirtung im Festzelt übernimmt der SV Neudorf zu "volkstümlichen" Preisen, wobei ein eventueller Überschuss zugunsten seiner Jugendarbeit verwendet werden soll. Für Kinder steht eine Hüpfburg bereit. Es besteht auch die Möglichkeit, die Mühlen zu besteigen.
Zur Einweihung sprechen um 14 Uhr der hessische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten, Wilhelm Dietzel und Johannes Lackmann vom Bundesverband Windenergie. Die Einweihungsfeier endet mit einem Frühschoppen am Sonntag ab 10 Uhr.
Artikel WLZ  01.09.2005
Gewerbegemeinschaft Diemelstadt besichtigt Windkraftanlagen bei Neudorf
 
"Windmüller" sind wichtige Steuerzahler

von Manfred Müller

DIEMELSTADT - NEUDORF. Einen bedeutenden Diemelstädter Gewerbesteuerzahler, die Neudorfer Windkraftanlage, besichtigten die Mitglieder der Gewerbegemeinschaft Diemelstadt. Das Unternehmen hat im vorigen Jahr 57000 Euro an die Stadtkasse gezahlt.
Die Gewerbegemeinschaft besichtigte die Windkraftanlagen bei Neudorf.Foto: mm

Seit fast vier Jahren stehen auf der Höhe zwischen Neudorf, Erlinghausen und Hesperinghausen fünf hundert Meter hohe Türme mit drei vierzig Meter langen Flügeln und produzieren Strom. Bei günstigen Windverhältnissen sind es 2000 Kilowattstunden, die in das allgemeine Stromnetz eingespeist werden. Damit könnten 4000 Einwohner versorgt werden, im Jahr sind es rund vier Millionen Kilowattstunden, pro Mühle fast dreimal so viel wie die kleineren , zehn Jahre alten Generatoren bei Neudorf erzeugen.
Zwar sei die windabhängige Stromerzeugung Schwankungen unterworfen und produziere zeitweise naturgemäß gar nicht, erklärte Friedrich Wilhelm Brühne als Sprecher der Betreiber, aber da die europäischen Windkraftanlagen im Verbund arbeiteten, seien europaweit nachweislich 70 Prozent der durchschnittlich möglichen Produktionsmenge am Netz. "Irgendwo ist immer Wind", stellt Brühne fest. Die Neudorfer Windkraftanlagen seien zu 90 Prozent des Jahres in Betrieb. Von den damit rund 8000 Stunden im Jahr, an denen die Mühlräder sich tatsächlich drehten, liefen sie 2000 Stunden unter Volllast, so dass die zwei Megawatt auch erreicht würden.
Die 2000/2001 gebauten fünf 2000-Kilowatt-Anlagen seien bis heute die größten Windkrafträder, die in Serie produziert werden. Die Neudorfer Anlage war damals die erste Zwei-Megawatt-Anlage in Hessen. Versuchsanlagen erbrächten inzwischen die doppelte Leistung und mehr, seien aber für Standorte vor der Küste im offenen Meer gedacht, erklärte Brühne. Die Neudorfer Windmühlen kosteten 2,2 Millionen Euro, wovon 200000 Euro für die Infrastruktur, Verstärkung der Wege und ein elf Kilometer langes Kabel nach Wrexen, verwandt wurden. Finanziert wurde die Investition nicht von heimischen Banken, sondern von Finanzinstituten in Norddeutschland. In der Region sei man bei den Banken auf wenig Kooperationsbereitschaft gestoßen, so Brühne. Gefragt nach den Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt Diemelstadt antwortet Brühne freimütig: "Die Stadt hat bisher am meisten profitiertÓ. 2004, im dritten Jahr der Produktion, seien allein von den Betreibern von vier großen Anlagen 57000 Euro Gewerbesteuer an die Stadtkasse geflossen, was Erster Stadtrat Hubert Kern bei der Besichtigung durch den Gewerbeverein bestätigte. Die 62 Gesellschafter der fünften Bürgerwindanlage könnten in diesem Jahr mit einer Rendite von 14 Prozent rechnen, fügte Mitbetreiber Martin Frowein hinzu.

                                         

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